GEDANKEN TEXTE

schon lange kein gedanke mehr eingetragen, aber nicht etwa weil ich keine gedanken mehr habe, sondern weil es so viele sind.

13.03.11

ist schweigen demut
oder
resignation?

"als wir uns noch nicht kannten"

ausstellung im chäslager stans
vernissage 5.2.11

weglaufen in die sonne
hinein in die sonne
die schatten kleben neben mir

20.09.10

über den karst
den weissen
gehüpft
dunkles und viel helles gesehen
gesichter und fratzen
und
dazwischen mein atem.

18.09.10

menschen und städte
sie kommen für drei tage und die nächsten kommen ebenfalls für drei tage und die andern kommen auch genau für drei tage und der spass dauert drei tage und fängt dann wieder von vorne an für drei tage und die menschen die den drei-tage-menschen diese drei tage füllen müssen sind für alle zusammengenommenen tage geschädigt.  

12.09.10

ein todesfall.
und wieder fehlt die antwort.

09.09.10

ihre nicht fassbare identität, in einem umfeld die klare normen vorgibt.

das war übermorgen!

05.05.10

aus dem himmel gefallen
runde, goldige und wetterfeste worte
werde sie an den sommerbaum hängen
sie werden im wind tanzen
bei sonne glänzen
im regen blinzeln
im winter kontraststark
sich im salzteig drehen
und
neuem zuwenden

18.04.10

die vulkanasche legt europa lahm. 
die verletzlichkeit der täglichen selbstverständlichkeit ist ungeheuerlich. 

16.04.10

die ausstellung von fiona tan "Rise and Fall" im aargauer kunsthaus gesehen, elebt, gefühlt.
sie deckte dinge auf in mir, die bis gestern irgendwo ruhten und heute eine andere, tiefere sicht ausleuchten.

15.03.10

endlich
zeit gefunden 
um sie zu verlieren  

21.02.10

die immer wiederkehrende entdeckung der welt 

17.02.10

ein freund von mir feiert einen grossen geburtstag und ich kann nicht dabei sein. statt dessen versuche ich mich mit grosser vorsicht zu bewegen.
bleibt auch unvergesslich!

15.02.10

spuren 
gewesene
verwesene 

01.01.10

ich fange wieder an
ganz am ende der letzten sekunde

30.11.09

habe so viele onlinefreunde, dass ich für die "echten" ein name finden muss.

gelesen an einer fensterscheibe in berlin 

12.11.09

die tücher 
vom teufelsberg
winken berlin
und 
mir

15.11.09

berlinerschnautze

ein junger bursche kam angerannt in den bus und versuchte nervös in der tasche seiner engen jeans die fahrkarte herauszuholen. da meinte der buschauffeure „gib auf, fahr schwarz“.

12.11.09

beelitzer heilstätten
die bäume wachsen aus den dächern 
fenstern 
aber keineswegs in den himmel 
es ist noch gespenstischer als auf dem teufelsberg

11.11.09

berlin 22h

ich fotografierte das heute das gestern stattfand
das wegziehen von cameras und absperrgitter 
die verlassenen tribünen 
der angehäufte müll 
und 
die tag danach stimmung 

09.11.09

berlin, 11.30h
von der schönholzeralle zur bornholmerbrücke.
alles umstellt von presse-und fernsehwagen, kabelstränge und bewaffneter polizei.
zurück zur schönholzerallee in die eberswalde- dann zur odenberger- und bernauerstrasse.
wenig menschen an der bernauerstrasse, aber viele kerzen, die im wind ihr licht verloren haben.
weiter zum nordbahnhof, invalidenstasse und hauptbahnhof. anschliessend über die spree zur schweizer botschaft, reichstag und zurück zum spreeufer und paul-löbe-haus. 
über 1000 bunte dominosteine, bemalt von kindern und jugendlichen aus der ganzen welt, geben dem regnerischen tag einen eigenartigen, fast scharfen kontrast. 
die (mehrheitlich) schwarzgekeidete menschenmasse schiebt sich an den dominosteinen entlang. keine partystimmung weit und breit, im gegensatz zu presseberichten. 
regelmässige, immer wieder sehr genaue kontrollen meiner handtasche. 
auf schmaler eingezäunter strasse zum brandenburgertor. enormes polizei aufgebot.
alle 20 meter wird auf grossleinwand die begehung der bornholmerbrücke „böse brücke“ mit lech walesa, michael gorbatschow, angela merkel, und ihrem tross gezeigt. 
links von mir die amerikanische botschaft. nebenan das holocaust mahnmal, fast gespenstisch leer. keine besucher, keine reden.
die ebertstrasse voll von imbissbuden und der potsdammerplatz ebenso.

es riecht nach currywurst und regen.

sechs stunden später, nass, durchfroren , das fest kann beginnen.

07.11.09

im „zimmer“ von pipilotte rist auf dem sofa gesessen 
die leichtigkeit der darbietung aufgesogen, auch wenn hintergründig die kost magenfüllend ist 
in der newton ausstellung. ich brachte keine bilder mehr in den kopf. 

freitag 06.11.09

mit romy telefoniert
vermisste sie
sehe sie jedoch nicht in schmerikon, ich rufe im hegner an.

04.11.09

in berlin dorfgeschichten erfahren, die enge gespürt, froh die karl-marx allee vor mir zu sehen
schmal ist sie heute

02.11.09

der mann liebt die touristen am hackischen markt, sie kommen und gehen, ohne erwartungen an ihn. sein denken ist schnell, pointiert und zynisch, er hat keine abwehr, ist immer krank und erst dreissig.

01.11.09

den weg verloren, später wieder gefunden zwischen wald und ohne aussichten

27.10.09

bei den herbstlichen blättern an der zierlichen birke
beginnt tänzelnd der tag
der himmel über ihnen ignoriere ich

25.10.09

es dunkelt schneller
als ich denken kann 

24.10.09

eingependelt zwischen kirchtürmen und der illuminierten innenstadt
berlin sei wandel
ich immer
das wetter bleibt sich treu 

23.10.09

zukunft im "hirn auf jersey" 
vergangenheit eingenäht.


kleid von anita zrotz

19.10.09

staubig meine gefühle
lassen wir sie so
heute

10.10.09

der kleine tisch unter dem baum, der im sommer so fröhlich wirkte, steht laubbeladen, zwar immer noch am selben ort, doch die letzten 24 stunden entfremdeten mir den ort und den tisch. 

08.10.09

mit der wärme einer sommernacht, verlies mich der 
7.oktober 2009
die freude über diese nacht griff in die alte kiste der wehmut
das wissen um die abrupt folgende dunkelheit
lies die sommernacht in eine unerreichbare zukunft versinken

© 2020 Elisabetha Günthardt

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